LEGAL GENDER STUDIES

Mit den neu eingeführten Legal Gender Studies werden Lehre und Forschung der Fakultät für Rechtswissenschaft um eine wesentliche Perspektive ergänzt. Im Folgenden finden Sie Veranstaltungen, Lehrangebote, Publikationen und weiterführende Links. Die Seite ist stetig im Aufbau, über Anregungen und Ergänzungen freue ich mich. 

Aktuell

  • Die Website Legal Gender Studies ist online! Dort finden sich Veranstaltungen, Studienliteratur, Netzwerke, Links und Studienarbeiten sowie das, was Nutzer*innen beitragen wollen!
  • Bericht über den Festakt für Magdalene Schoch, die erste habilitierte Juristin in Deutschland, in der djbZ 1/2013, S. 25-38, und im uhh-newsletter
  • Dem Deutschen Werberat sexistische, rassistische oder homophobe Werbung über dieses Formular melden - leider gibt es immer noch zuviel davon. Oder die Petition von pinkstinks an den Deutschen Werberat hier unterzeichnen
  • Die Studiengruppe Legal Gender Studies, eine Initiative von Studierenden unserer Fakultät, trifft sich auch weiterhin. Interessierte sind wie immer herzlich willkommen! Sie können auch eine mail an legalgenderstudies@gmx.de schreiben, wenn sie Näheres erfahren wollen.

Veranstaltungen

 

Aktuelle Veranstaltungen finden sich unter www.legal-gender-studies.de!

 

Lehrangebote

 

Gender Studies in Hamburg und Genderzertifikat

Das Lehrveranstaltungstableau für die Gender Studies der Hamburger Hochschulen finden Sie hier. Der Besuch kann sich mehrfach lohnen: neben spannenden Veranstaltungen, interessanten Kontakten und neuartigen Fragestellungen können Sie auch Leistungspunkte und schließlich das Zertifkat Genderkompetenz oder das Zertifikat Intersektionalität erwerben.

 

Studientag "Geschlechterperspektiven in Strafrechtswissenschaften und Kriminologie"

Nicht zuletzt auf Grund ihrer Nähe zu den Sozialrechtswissenschaften haben sich die Strafrechtswissenschaften im Schnittfeld zur Kriminologie bereits früh für Fragen der Geschlechterforschung geöffnet. Schon die signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kriminalstatistik haben kriminologische Forschung von Beginn an beschäftigt – auch wenn die dabei häufig vertretene Annahme einer starren Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer stets kritisch zu hinterfragen war. Noch relevanter scheint aber, dass Kriminalisierung und Kriminalitätsbekämpfung nicht ohne Bezugnahme auf wesentliche Grundfragen der Legal Gender Studies thematisiert werden können: Hierzu gehören Fragen der Herstellung von Geschlecht durch Kriminalisierungsprozesse ebenso wie der Trennung von öffentlichem und privatem Raum als Hindernis bei der Strafverfolgung von ‚privater’ Gewalt, aber auch die verborgene Geschlechtsspezifik von Strafrechtsnormen, bspw. bei Tötungsdelikten, und der institutionelle Umgang mit ‚Geschlecht’, sei es im Strafvollzug oder in den Institutionen der Strafverfolgung wie der Polizei. 

Termin: Freitag, 15.11.2013, 9-18 Uhr

Programm: Kurzversion und ausführlichere Fassung

 

Vorlesung "Einführung in die Legal Gender Studies" mit Alexander Klose und Doris Liebscher (Expert_innen für Antidiskriminierungsrecht)

Die Vorlesung findet als Blockveranstaltung jeweils ganztägig an drei Terminen statt.

Am 26. April 2013 wollen wir zunächst einen Überblick über die Grundlagen der Legal Gender Studies geben. Dazu gehören die zentralen Akteur_innen, Forderungen und Kontroversen feministischer Rechtswissenschaft ebenso wie die Verschränkung von Geschlecht mit anderen Kategorien des Antidiskriminierungsrechts, die in ihrer europäischen, verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen Dimension vorgestellt werden soll.

Der Termin am 7. Juni 2013 ist den Lebensbereichen Arbeit, Sexualität, Partnerschaft und Familie gewidmet. Wir wollen über geschlechtsspezifische Diskriminierung im Erwerbsleben – von Entgeltungleichheit bis zur sexuellen Belästigung – sprechen sowie einer vermeintlich zweigeschlechtlichen „Normalität“ queere Perspektiven gegenüber stellen.

Zum Abschluss der Veranstaltung am 21. Juni 2013 fragen wir aus einer rechtssoziologischen Perspektive danach, wer wann warum (nicht) gegen Diskriminierungen klagt, wollen über positive Maßnahmen (von Quoten bis zu Gender Mainstreaming) diskutieren, Männlichkeitskonzepten in und außerhalb des Rechts nachspüren und schließlich (auch) vor diesem Hintergrund über Gewalt im Geschlechterverhältnis reden. 

Termine: 27.04., 07.06. und 21.06, jeweils ganztägig

Ablauf und nähere Informationen

 

Seminar "Normierung von Körpern und Begehren durch Recht" mit Juana Remus und Nadine Micha Klapp 

Körper und Begehren werden durch Diskurse und in Diskursen konstruiert. Innerhalb dieser Diskurse greift auch das Recht in unsere Vorstellungen von Körpern und Begehren ein und wirkt so normierend und instrumentalisierend auf Individuen ein.

Recht knüpft dabei an bestimmte Körperlichkeiten sowie Vorstellungen von Begehren an und regelt, welche Körper und Begehren anerkannt sind, welche Veränderungen akzeptabel sind, welche nicht. Recht regelt aber auch indirekt, welche Körper und Begehren in Herrschaftsverhältnissen übergeordnet sind und privilegiert werden. So werden zum Beispiel trans*-Identitäten durch medizinische Gutachten pathologisiert, intersexuellen Kindern Normgenitalien anoperiert, Personen mit Behinderung das Recht auf Sexualität abgesprochen, weibliche Körper in der Werbung sexualisiert, migrantischen Pflegearbeiter_innen arbeitsrechtlicher Schutz verwehrt, gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften das Recht auf Elternschaft vorenthalten. 

WiSe 2012/13, Blockveranstaltung

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Studientag "Geschlecht im Recht ... und darüber hinaus"

Trotz der zunehmenden sprachlichen Neutralisierung des deutschen Rechts ist Geschlecht immer noch eine seiner zentralen Kategorien, anhand derer Zuordnungen getroffen und Ressourcen verteilt werden. Eine Vertiefung der Frage, ob Recht nicht auch ohne die Kategorie Geschlecht auskommen könnte, belegt regelmäßig deren ungebrochene Bedeutung. Zwar scheinen zunächst nur Fragen von Ehe und Elternschaft, Personenstand, (ausgesetzter) Wehrpflicht und geschlechtsspezifischer Schutzvorschriften betroffen zu sein. Doch dahinter stehen wirkmächtige Institutionen wie die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung oder der latente Opferstatus von Frauen. Dabei nimmt Recht nicht einfach nur Bezug auf Geschlechterstereotype, sondern stellt diese selbst her oder verfestigt sie zumindest.

Obwohl die Frage nach Geschlecht im Recht und Geschlecht durch Recht das Thema vieler Studientage sein könnte, ist sie gleichzeitig zu eng gestellt. Geschlecht ist keine statische Kategorie, anhand derer Diskriminierung immer zu Lasten als ‚weiblich’ markierter Personen stattfindet. Die Bedeutung von Geschlecht ist abhängig vom Kontext, in dem es wahrgenommen bzw. hergestellt wird. Wenn die Perspektive auf Geschlecht geöffnet wird zu Gunsten eines weiteren Blicks, der rassistische Kategorisierungen, soziale Herkunft oder Vorstellungen von körperlicher Normalität einbezieht, werden unterschiedliche privilegierte oder diskriminierte Weiblichkeiten und Männlichkeiten sichtbar. Welche Rolle das Recht spielt bei der Herstellung und vielleicht auch Infragestellung binärer Geschlechtsidentitäten und ihrer Durchkreuzungen, soll anhand einiger Themenfelder exemplarisch analysiert werden.

Freitag, 02.11.2012, 9-18 Uhr

Programm

 

Seminar "Gefährliche Sexualitäten" und das Recht. Prostitution, Pornografie, Inzestverbot und sexuelle Autonomie

Die Trennung von öffentlicher und privater Sphäre gehört zu den Grundlagen des modernen Staates. Der liberale Rechtsstaat macht gar seine Identität – bspw. in Abgrenzung zu totalitären Systemen – davon abhängig, wie weit er sich aus den „privaten“ Angelegenheiten seiner Bürger/innen heraushält. Dabei gilt die Faustformel, dass die Zurückhaltung des Staates umso größer sein muss, umso privater oder gar intimer der betroffene Lebensbereich sich darstellt. Daraus könnte geschlossen werden, dass der Bereich der Sexualität keiner staatlichen Regulierung zugänglich sein sollte, da er den intimen Kern privater Lebensgestaltung bildet. Dem steht einerseits die Rechtswirklichkeit gegenüber, in welcher der Staat – nicht zuletzt aus bevölkerungspolitischen Gründen – ganz erheblichen Einfluss auf die intime Lebensgestaltung seiner Bürger/innen nimmt. Ferner gibt es Formen von Intimität, die von Staat und Recht als nicht wünschenswert oder sogar gefährlich angesehen werden. Welche Sexualitäten als „deviant“ oder gefährlich eingestuft werden, ist von medizinischen, moralischen und rechtlichen Diskursen bestimmt und unterliegt gesellschaftlichem Wandel. 

SoSe 2012, Vorbesprechung am 16.04.2012, Raum A131

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Vorlesung "Einführung in die Legal Gender Studies und feministische Staatstheorien"

Die Einführung in die Legal Gender Studies und feministische Staastheorien erweitert den Blick auf den Rechtsdiskurs um eine Perspektive, die im anglo-amerikanischen Raum und in Skandinavien seit langem etabliert ist, in Deutschland aber immer noch gewöhnungsbedürftig zu sein scheint: Sie fragt nach der Bedeutung der Kategorie 'Geschlecht' für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis und Staatskonzeptionen der Neuzeit. 

SoSe 2012, jeden Mittwoch, 08.30 bis 10.00 Uhr, Raum EG 18/19

Nähere Informationen

 

Studientag "Gender und Menschenrechte"

Menschenrechte als universale, unverzichtbare und unveräußerliche Rechte des Individuums sind eine relativ junge Rechtsentwicklung. Noch jünger ist allerdings die Erkenntnis, dass nur eine geschlechtersensible Konzeption dieser Rechte sie allen Menschen zugute kommen lässt. Die zunehmende Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechten war aber nur der erste Schritt auf einem langen Weg voller Widersprüche. Denn gerade die Betonung von Frauenrechten läuft Gefahr, ihrerseits geschlechtliche Zuschreibungen zu perpetuieren und die Menschenrechte von transgender-Personen zu berühren; der Verzicht darauf lässt Frauen wiederum aus den menschenrechtlichen Diskursen verschwinden. Zudem kann sich die Berufung auf universale Menschenrechte in pluralen Gesellschaften als kontraproduktiv erweisen und löst insbesondere die Probleme mehrdimensionaler Diskriminierung nicht von selbst.

Freitag, 11.11.2011, 9-18 Uhr

Programm

 

Seminar "Gender im Europa- und Völkerrecht. Modernes Antidiskriminierungsrecht - menschenrechtlicher Universalismus - Flüchtlingsrecht"

Im Seminar werden geschlechterrelevante Themen des Völkerrechts und des Europarechts näher beleuchtet. Im Völkerrecht schien das Geschlecht lange Zeit kaum eine Rolle zu spielen, im Krieg wie im Frieden lenkten Männer die Geschicke ihrer Staaten. Spätestens mit der zunehmenden Bedeutung von Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht kann die Bedeutung von Geschlecht für diverse völkerrechtliche Fragestellungen nicht mehr ignoriert werden. Im Europarecht waren Geschlecht und Gleichberechtigung dagegen von jeher zentrale Themen. Von den mühsamen Anfängen im Kampf um die Lohngleichheit bis hin zu den dogmatisch anspruchsvollen Herausforderungen mehrdimensionaler Diskriminierung erwiesen sich die europäischen Regelungen und Institutionen als Motor für die Entwicklung eines modernen Antidiskriminierungsrechts.

Blockseminar: 09.02. bis 11.02.2011 in Raum 18/19, Fakultät für Rechtswissenschaft, Rothenbaumchaussee 33; das Programm finden Sie hier

 

Schlüsselqualifikationskurs "Diskriminierung und Antidiskriminierung in der juristischen Praxis"

Wachsende Vielfalt und Heterogenität unserer Gesellschaft spiegeln sich auch in der juristischen Praxis wieder: Ob als Richter/in, Jurist/in in der Rechts- oder Personalabteilung, im Anwaltsberuf oder in der Politik: Ambiguitätstoleranz, interkulturelle Kompetenzen und ein professioneller Umgang mit Diversity und mit Diskriminierungssituationen gehören heute zu den Schlüsselqualifikationen erfolgreicher Jurist/innen in nationalen wie in globalisierten Kontexten.Der Kurs richtet sich an alle Jurastudierenden, die ihre sozialen Kompetenzen und insbesondere ihre Kommunikationsfähigkeit für die zukünftige Tätigkeit in den Rechtsberufen diesbezüglich stärken wollen.

mit Doris Liebscher, Autorin und Dozentin für Antidiskriminierungsrecht und Antidiskriminierungskultur, Mitbegründerin des Antidiskriminierungsbüros Sachsen e.V.

Blockveranstaltung am 12./13.11. und 26./27.11.2010.

Kursablauf zum Download

 

Studientag "Gender im Sozial- und Steuerrecht"

Das Sozial- und Steuerrecht sind Materien mit hoher Praxisrelevanz und erheblichen tatsächlichen und politischen Implikationen für das Geschlechterverhältnis. Trotzdem wird die Wechselwirkung von Recht und Realität in diesem Kontext oft nur begrenzt wahrgenommen. Juristinnen und Juristen klammern die Betrachtung sozialer und ökonomischer Fragen ohnehin oft aus; Bürgerinnen und Bürger begreifen durch Sozial- und Steuerrecht regulierte Rollenverteilungen und Lebensentwürfe als rein private, persönliche Entscheidungen.

Freitag, 05.11.2010, 9-18 Uhr

Programm

 

Vorlesung "Einführung in die Legal Gender Studies"

Die Einführung in die Legal Gender Studies erweitert den Blick auf den Rechtsdiskurs um eine Perspektive, die im anglo-amerikanischen Raum und in Skandinavien seit langem etabliert ist, in Deutschland aber immer noch gewöhnungsbedürftig zu sein scheint: Sie fragt nach der Bedeutung der Kategorie 'Geschlecht' für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis. Bei der Beschäftigung mit den entsprechenden Theorien, Konzepten und Rechtsfragen wird schnell deutlich, dass sich die Legal Gender Studies weder in Antidiskriminierungsrecht einerseits noch in der Frage nach "den Frauen" andererseits erschöpfen. Die Rechtsfragen sind weitaus vielfältiger und die Frage nach dem Geschlechterverhältnis reduziert sich nicht auf "Frauenfragen", sondern befasst sich mit der Idee zweier gegensätzlicher Geschlechter ebenso wie mit den Unterschieden innerhalb dieser Geschlechter. In der Vorlesung wird anhand kontroverser Rechtsthemen wie bsw. Gewaltschutz, muslimisches Kopftuch, Flüchtlingsrecht oder unbezahlter Hausarbeit untersucht, welche Bedeutung die Kategorie 'Geschlecht' für das Recht hat - und umgekehrt, wie das (gewöhnlich als objektiv und neutral verstandene) Recht auf die Geschlechterverhältnisse einwirkt.

SoSe 2011; schon im SoSe 2010.

Arbeitsmaterialien zum Download

 

Seminar "Gender & Crime. Kriminalitätsunterschiede zwischen Männern und Frauen"

Im Seminar werden wesentliche Fragestellungen der Kriminologie aus der Perspektive der Geschlechterforschung betrachtet. Kriminalitätsunterschiede zwischen Männern und Frauen beschäftigen die Kriminologie in allen Bereichen, wobei wegen der signifikanten statistischen Unterschiede die Gewaltdelinquenz von besonderem Interesse ist. Allerdings ist gerade hier die Annahme sehr kritisch zu hinterfragen, dass von einer starren Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer auszugehen sei. Das Seminar bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit kriminologischen Theorien, empirischen Befunden und den Praxen der Kriminalitätskontrolle. Geschlechterrelevante Fragestellungen ziehen sich durch alle Bereiche, insbesondere: Konstruktion von Kriminalität, Kriminalstatistik, Geschlecht, Kriminalität und Medien, geschlechtsspezifische Wahrnehmung von Gewaltdelinquenz, sog. häusliche Gewalt, Strafverfolgung, Sanktionen, Täter-Opfer-Ausgleich und Strafvollzug. 

SoSe 2010; voraussichtlich wieder im WiSe 2013/14. 

 

 

Verlinkungen

 

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