LEGAL GENDER STUDIES

Mit den neu eingeführten Legal Gender Studies werden Lehre und Forschung der Fakultät für Rechtswissenschaft um eine wesentliche Perspektive ergänzt. Im Folgenden finden Sie Veranstaltungen, Lehrangebote, Publikationen und weiterführende Links. Die Seite ist stetig im Aufbau, über Anregungen und Ergänzungen freue ich mich. 

Aktuell

  • Die Website Legal Gender Studies ist online! Dort finden sich Veranstaltungen, Studienliteratur, Netzwerke, Links und Studienarbeiten sowie das, was Nutzer*innen beitragen wollen!
  • Die Gemeinsame Kommission für Gender & Diversity der Hamburger Hochschulen veranstaltet im Januar 2014 eine Werkstatt MOSAIK ZUKUNFT in Hamburg. Der Call for Papers läuft noch bis zum 24. Mai! Nähere Informationen
  • Petition an ARD, ZDF und die dritten Programme, endlich angemessen über Sexismus in unserer Gesellschaft aufzuklären; nähere Informationen.
  • Bericht über den Festakt für Magdalene Schoch, die erste habilitierte Juristin in Deutschland, in der djbZ 1/2013, S. 25-38, und im uhh-newsletter
  • Dem Deutschen Werberat sexistische, rassistische oder homophobe Werbung über dieses Formular melden - leider gibt es immer noch zuviel davon. Oder die Petition von pinkstinks an den Deutschen Werberat hier unterzeichnen
  • Die Studiengruppe Legal Gender Studies, eine Initiative von Studierenden unserer Fakultät, trifft sich auch weiterhin. Interessierte sind wie immer herzlich willkommen! Sie können auch eine mail an legalgenderstudies@gmx.de schreiben, wenn sie Näheres erfahren wollen.

Veranstaltungen

 

Vortragsreihe "Jenseits der Geschlechtergrenzen"

jeden Mittwoch, 19-21 Uhr

Raum 0079, Von-Melle-Park 5, Universität Hamburg

Die Ringvorlesung Jenseits der Geschlechtergrenzen wird von der AG Queer Studies an der Universität Hamburg organisiert. Sie richtet sich ausdrücklich auch an außeruniversitäre Zuhörer_Innen und soll ein breites und interdisziplinäres Spektrum an Themen bieten, in denen sich queere Forschungspraxen und Perspektiven verdeutlichen. Im Rahmen des Studiums kann die Vorlesungsreihe im freien Wahlbereich (über das Fach Soziologie, Anmeldung über Stine) sowie für die Zertifikate “Genderkompetenz” und “Intersektionalität & Diversity” des Zentrum Gender Wissen angerechnet werden.

 

Filmreihe "Recht im Film"

jeden Donnerstag, 18-20 Uhr

Freiraum des Rechtshauses BG 1/2, Rothenbaumchaussee 33

12 Angry Men, The Trial, Sleepers, The Accused, Runaway Jury, Rosen für den Staatsanwalt, Inside Job, The Firm, Witness for the Prosecution, M (Eine Stadt sucht einen Mörder), The Rainmaker, Primal Fear

Herzlich willkommen! Eintritt frei

 

Seminar "The politics of gendered transformations in Ethiopian land tenure"

Montag und Freitag, 18-20 Uhr (vom 19. April bis 31. Mai)

AAI, ESA Ost, Raum 222

Das Seminar wird gehalten von der Hiob Ludolf Gastprofessorin Dr. Tsehai Berhane Sellasie. Wir haben uns bemüht, nach längerer Zeit wieder einmal eine hervorragende, international rennomierte äthiopische Wissenschaftlerin, die sich intensiv mit Gegenwartsfragen am Horn von Afrika beschäftigt, bei uns zu haben. Wir hoffen auf eine rege Teilnahme an diesem sehr interessanten und auch international einmaligen Seminar! Im Seminar wird das thematisch breite Spektrum von "gender issues" bis "land tenure" behandelt und durch Aspekte wie Ethnizität, Machtverhältnisse, sowie juristische und politische Zusammenhänge bereichert. 

Öffentliche Veranstaltung: "European Challenges to Ethiopian Traditions of Nationality and Ethnicity. Implications to Gendered Land Tenure", Freitag, 03.05.2013, von 18:00 bis 20:00 im Hörsaal H des Hauptgebäudes (ESA 1) 

Weitere Informationen können Sie von Frau Angela Müller: angela_m_mueller@yahoo.de erhalten. 

 

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Aktuelle Veranstaltungen finden sich auch unter www.legal-gender-studies.de!

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Karriere und/oder Familie? Drei Juristinnen im Gespräch

Mittwoch, 8. Mai 2013, 18 Uhr

Raum EG 15/16, Fakultät für Rechtswissenschaft, Universität Hamburg

Es diskutieren: Melanie Franke, Fachanwältin für Familienrecht, Kanzlei Schneider, Stein & Partner, Hamburg; Johanna Watzlawik, Rechtsreferentin der Kulturbehörde der FHH, ehemals Rechtsanwältin bei Hogan Lovells International LLP, Hamburg; Dr. Eva Reihl, Staatsanwältin, Staatsanwaltschaft Hamburg.

 

Festival zum Internationalen Tag gegen Homophobie & Transphobie: idahot* Jena

14. bis 26. Mai in Jena

Hinter IDAHO verbirgt sich der Internationale Tage gegen Homophobie (englisch: International Day Against Homophobia), der jedes Jahr am 17. Mai stattfindet und u.a. auf eine Initiative von Louis-George Tin zurückgeht. Spätestens seit 2009 wird auch oft vom Internationalen Tag gegen Homophobie & Transphobie gesprochen, um auch das Bewusstsein für die Anliegen von Transsexuellen, Transgendern, Transidenten und anderen (kurz: Trans*-Menschen) zu stärken. Warum am 17. Mai? Das Datum wurde bewusst so gewählt, um an die Entscheidung der Weltgesundheits-organisation (WHO) zu erinnern, die am 17. Mai 1990 Homosexualität aus dem Krankheits-Katalog gestichen hat. 

Programm: Podiumsdiskussion "Religion und Homosexualität", Straßenfest mit Info-Ständen, Vortrag zur rechtlichen Situation von Regenbogenfamilien, Vortrag "Huch, dann biste wohl beides?!" - Von der Alltäglichkeit der Diskriminierung und Gewalt gegen Trans*Inter*Nonkonform*Personen, queerGelesen, Konzert & Party, Film "Transpapa", Ausstellung "ANDERSRUM portraits" 

Übersicht über Aktionen und Festivals weltweit

 

Buchvorstellung "Bei mir bist Du schön ..."

Mittwoch, 29. Mai 2013, 19.30 Uhr

Hamburger Frauenbibliothek DenkTRäume, Sauerberghof, Grindelallee 43

Kritische Reflexionen über Konzepte von Schönheit und Körperlichkeit: Kendra Eckhorst und Birgit Görtler stellen ihre Artikel aus dem Buch vor.

Rezension von kritisch-lesen.de : Bei mir bist du schön..., Band vier der vom Hamburger Zentrum Genderwissen herausgegebenen Reihe Feministisches Forum - Hamburger Texte zur Frauenforschung, spricht sowohl durch sein Cover als auch durch die liebevollen Illustrationen, die das gesamte Buch durchziehen, ein Publikum an, welches sich nicht nur in der Wissenschaft verortet. Die Autor_innen nehmen Schönheit und die damit verbundenen Konstruktionen kritisch in den Blick und sensibilisieren so die Leser_innen für einen widerständigen und emanzipatorischen Umgang mit Körpern und Ansichten über Schönheit. Betrachtet werden die Verbindungen zwischen Schönheit und Geschlecht, Intergeschlechtlichkeit genauso wie soziale Unterscheidungen in der Wahrnehmung von Schönheit, Körpergewicht und Alter.

Das Buch liefert eine umfassende Analyse zu den Themen Schönheit und Attraktivität und betrachtet genauer, wie soziale Grenzziehung anhand von konstruierten Körpernormen vorgenommen wird. Hierbei beleuchten die Autor_innen nicht nur Genderaspekte, sondern auch der Einfluss von beispielsweise Alter, Gewicht und Fitness wird kritisch beleuchtet. 

Eintritt: 3 Euro.

 

Conference "Ableism, Racism and Conflicts of Participation and Inclusion in Society and the Labour Market"

6. bis 8. Juni 2013

Universität Hamburg, ESA West Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, Hamburg

The conference aims at discussing the implementation of rights of marginalised people to inclusion, self-determination and participation in society in general and especially in the labour market. The focus is on two central interconnected axes of difference, ableism and racism, which act as powerful social “ushers” in conjunction withother constructions of difference. Both “disability” and “migration background” are terms used colloquially and often understood as properties associated with individuals; however, what remains hidden is how they are produced in complex processes of social construction. 

Programm zum Download 

Anmeldung bis 15. Mai 2013

 

4. Queer-feministischer Bundeskongress

20. bis 23. Juni 2013

Universität Hamburg

Am 20. bis 23. Juni 2013 soll in Hamburg der 4. queer-feministischer Bundeskongress stattfinden. Wie möchten das Konzept, welches bereits drei Mal von den Referaten LUSK und SchwuBiLe in Köln umgesetzt wurde, damit weiterleben lassen und ihm dabei auch eine neue Ausrichtung geben. Das Treffen richtet sich dabei an alle FLIT*1, die in hochschulpolitischem Rahmen (z.B. in Frauen-, Lesben-, feministischen, Queer-, Gleichstellungs- oder Gender-Referaten) engagiert sind und Interesse an einem Austausch zur antisexistischen Theorie und Praxis haben.

Anmeldung bis 30.04.2013 an queer_fem.buko@yahoo.com

vorläufiges Programm - weitere Programmvorschläge sind willkommen!

 

Demo: Gegen Sexismus in der Werbung!

Am 1. September werden wir am Brandenburger Tor gegen Sexismus in der Werbung demonstrieren und Vielfalt feiern! Singen werden Bernadette La Hengst, Dirk von Lowtzow (Tocotronic), Doctorella und Sookee; reden werden Pinkstinks, Anne Wizorek, Anna-Katharina Meßmer, Missy Magazine, Terre des Femmes und viele andere!

Am Tag darauf, dem 2. September, wird die Petition in einer Pressekonferenz dem Deutschen Werberat übergeben – Ines Pohl (taz) wird die Übergabe moderieren. Bis Anfang September kann auch die Petition von pinkstinks gegen Sexismus in der Werbung unterzeichnet werden – und zwar hier. Eine Erläuterung zur Petition (Nein, lieber Werberat, es geht nicht um Nacktheit …) findet sich hier.

 

Lehrangebote

 

Gender Studies in Hamburg und Genderzertifikat

Das Lehrveranstaltungstableau für die Gender Studies der Hamburger Hochschulen finden Sie hier. Der Besuch kann sich mehrfach lohnen: neben spannenden Veranstaltungen, interessanten Kontakten und neuartigen Fragestellungen können Sie auch Leistungspunkte und schließlich das Zertifkat Genderkompetenz oder das Zertifikat Intersektionalität erwerben.

 

Studientag "Sex & crime. Geschlechterperspektiven in Strafrechtswissenschaften und Kriminologie"

Nicht zuletzt auf Grund ihrer Nähe zu den Sozialrechtswissenschaften haben sich die Strafrechtswissenschaften im Schnittfeld zur Kriminologie bereits früh für Fragen der Geschlechterforschung geöffnet. Schon die signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kriminalstatistik haben kriminologische Forschung von Beginn an beschäftigt – auch wenn die dabei häufig vertretene Annahme einer starren Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer stets kritisch zu hinterfragen war. Noch relevanter scheint aber, dass Kriminalisierung und Kriminalitätsbekämpfung nicht ohne Bezugnahme auf wesentliche Grundfragen der Legal Gender Studies thematisiert werden können: Hierzu gehören Fragen der Herstellung von Geschlecht durch Kriminalisierungsprozesse ebenso wie der Trennung von öffentlichem und privatem Raum als Hindernis bei der Strafverfolgung von ‚privater’ Gewalt, aber auch die verborgene Geschlechtsspezifik von Strafrechtsnormen, bspw. bei Tötungsdelikten, und der institutionelle Umgang mit ‚Geschlecht’, sei es im Strafvollzug oder in den Institutionen der Strafverfolgung wie der Polizei. 

Freitag, 15.11.2013, 9-18 Uhr

 

Vorlesung "Einführung in die Legal Gender Studies" mit Alexander Klose und Doris Liebscher (Expert_innen für Antidiskriminierungsrecht)

Die Vorlesung findet als Blockveranstaltung jeweils ganztägig an drei Terminen statt.

Am 26. April 2013 wollen wir zunächst einen Überblick über die Grundlagen der Legal Gender Studies geben. Dazu gehören die zentralen Akteur_innen, Forderungen und Kontroversen feministischer Rechtswissenschaft ebenso wie die Verschränkung von Geschlecht mit anderen Kategorien des Antidiskriminierungsrechts, die in ihrer europäischen, verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen Dimension vorgestellt werden soll.

Der Termin am 7. Juni 2013 ist den Lebensbereichen Arbeit, Sexualität, Partnerschaft und Familie gewidmet. Wir wollen über geschlechtsspezifische Diskriminierung im Erwerbsleben – von Entgeltungleichheit bis zur sexuellen Belästigung – sprechen sowie einer vermeintlich zweigeschlechtlichen „Normalität“ queere Perspektiven gegenüber stellen.

Zum Abschluss der Veranstaltung am 21. Juni 2013 fragen wir aus einer rechtssoziologischen Perspektive danach, wer wann warum (nicht) gegen Diskriminierungen klagt, wollen über positive Maßnahmen (von Quoten bis zu Gender Mainstreaming) diskutieren, Männlichkeitskonzepten in und außerhalb des Rechts nachspüren und schließlich (auch) vor diesem Hintergrund über Gewalt im Geschlechterverhältnis reden. 

Termine: 27.04., 07.06. und 21.06, jeweils ganztägig

Ablauf und nähere Informationen

 

Seminar "Normierung von Körpern und Begehren durch Recht" mit Juana Remus und Nadine Micha Klapp 

Körper und Begehren werden durch Diskurse und in Diskursen konstruiert. Innerhalb dieser Diskurse greift auch das Recht in unsere Vorstellungen von Körpern und Begehren ein und wirkt so normierend und instrumentalisierend auf Individuen ein.

Recht knüpft dabei an bestimmte Körperlichkeiten sowie Vorstellungen von Begehren an und regelt, welche Körper und Begehren anerkannt sind, welche Veränderungen akzeptabel sind, welche nicht. Recht regelt aber auch indirekt, welche Körper und Begehren in Herrschaftsverhältnissen übergeordnet sind und privilegiert werden. So werden zum Beispiel trans*-Identitäten durch medizinische Gutachten pathologisiert, intersexuellen Kindern Normgenitalien anoperiert, Personen mit Behinderung das Recht auf Sexualität abgesprochen, weibliche Körper in der Werbung sexualisiert, migrantischen Pflegearbeiter_innen arbeitsrechtlicher Schutz verwehrt, gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften das Recht auf Elternschaft vorenthalten. 

WiSe 2012/13, Blockveranstaltung

Nähere Informationen

 

Studientag "Geschlecht im Recht ... und darüber hinaus"

Trotz der zunehmenden sprachlichen Neutralisierung des deutschen Rechts ist Geschlecht immer noch eine seiner zentralen Kategorien, anhand derer Zuordnungen getroffen und Ressourcen verteilt werden. Eine Vertiefung der Frage, ob Recht nicht auch ohne die Kategorie Geschlecht auskommen könnte, belegt regelmäßig deren ungebrochene Bedeutung. Zwar scheinen zunächst nur Fragen von Ehe und Elternschaft, Personenstand, (ausgesetzter) Wehrpflicht und geschlechtsspezifischer Schutzvorschriften betroffen zu sein. Doch dahinter stehen wirkmächtige Institutionen wie die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung oder der latente Opferstatus von Frauen. Dabei nimmt Recht nicht einfach nur Bezug auf Geschlechterstereotype, sondern stellt diese selbst her oder verfestigt sie zumindest.

Obwohl die Frage nach Geschlecht im Recht und Geschlecht durch Recht das Thema vieler Studientage sein könnte, ist sie gleichzeitig zu eng gestellt. Geschlecht ist keine statische Kategorie, anhand derer Diskriminierung immer zu Lasten als ‚weiblich’ markierter Personen stattfindet. Die Bedeutung von Geschlecht ist abhängig vom Kontext, in dem es wahrgenommen bzw. hergestellt wird. Wenn die Perspektive auf Geschlecht geöffnet wird zu Gunsten eines weiteren Blicks, der rassistische Kategorisierungen, soziale Herkunft oder Vorstellungen von körperlicher Normalität einbezieht, werden unterschiedliche privilegierte oder diskriminierte Weiblichkeiten und Männlichkeiten sichtbar. Welche Rolle das Recht spielt bei der Herstellung und vielleicht auch Infragestellung binärer Geschlechtsidentitäten und ihrer Durchkreuzungen, soll anhand einiger Themenfelder exemplarisch analysiert werden.

Freitag, 02.11.2012, 9-18 Uhr

Programm

 

Seminar "Gefährliche Sexualitäten" und das Recht. Prostitution, Pornografie, Inzestverbot und sexuelle Autonomie

Die Trennung von öffentlicher und privater Sphäre gehört zu den Grundlagen des modernen Staates. Der liberale Rechtsstaat macht gar seine Identität – bspw. in Abgrenzung zu totalitären Systemen – davon abhängig, wie weit er sich aus den „privaten“ Angelegenheiten seiner Bürger/innen heraushält. Dabei gilt die Faustformel, dass die Zurückhaltung des Staates umso größer sein muss, umso privater oder gar intimer der betroffene Lebensbereich sich darstellt. Daraus könnte geschlossen werden, dass der Bereich der Sexualität keiner staatlichen Regulierung zugänglich sein sollte, da er den intimen Kern privater Lebensgestaltung bildet. Dem steht einerseits die Rechtswirklichkeit gegenüber, in welcher der Staat – nicht zuletzt aus bevölkerungspolitischen Gründen – ganz erheblichen Einfluss auf die intime Lebensgestaltung seiner Bürger/innen nimmt. Ferner gibt es Formen von Intimität, die von Staat und Recht als nicht wünschenswert oder sogar gefährlich angesehen werden. Welche Sexualitäten als „deviant“ oder gefährlich eingestuft werden, ist von medizinischen, moralischen und rechtlichen Diskursen bestimmt und unterliegt gesellschaftlichem Wandel. 

SoSe 2012, Vorbesprechung am 16.04.2012, Raum A131

Nähere Informationen

 

Vorlesung "Einführung in die Legal Gender Studies und feministische Staatstheorien"

Die Einführung in die Legal Gender Studies und feministische Staastheorien erweitert den Blick auf den Rechtsdiskurs um eine Perspektive, die im anglo-amerikanischen Raum und in Skandinavien seit langem etabliert ist, in Deutschland aber immer noch gewöhnungsbedürftig zu sein scheint: Sie fragt nach der Bedeutung der Kategorie 'Geschlecht' für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis und Staatskonzeptionen der Neuzeit. 

SoSe 2012, jeden Mittwoch, 08.30 bis 10.00 Uhr, Raum EG 18/19

Nähere Informationen

 

Studientag "Gender und Menschenrechte"

Menschenrechte als universale, unverzichtbare und unveräußerliche Rechte des Individuums sind eine relativ junge Rechtsentwicklung. Noch jünger ist allerdings die Erkenntnis, dass nur eine geschlechtersensible Konzeption dieser Rechte sie allen Menschen zugute kommen lässt. Die zunehmende Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechten war aber nur der erste Schritt auf einem langen Weg voller Widersprüche. Denn gerade die Betonung von Frauenrechten läuft Gefahr, ihrerseits geschlechtliche Zuschreibungen zu perpetuieren und die Menschenrechte von transgender-Personen zu berühren; der Verzicht darauf lässt Frauen wiederum aus den menschenrechtlichen Diskursen verschwinden. Zudem kann sich die Berufung auf universale Menschenrechte in pluralen Gesellschaften als kontraproduktiv erweisen und löst insbesondere die Probleme mehrdimensionaler Diskriminierung nicht von selbst.

Freitag, 11.11.2011, 9-18 Uhr

Programm

 

Seminar "Gender im Europa- und Völkerrecht. Modernes Antidiskriminierungsrecht - menschenrechtlicher Universalismus - Flüchtlingsrecht"

Im Seminar werden geschlechterrelevante Themen des Völkerrechts und des Europarechts näher beleuchtet. Im Völkerrecht schien das Geschlecht lange Zeit kaum eine Rolle zu spielen, im Krieg wie im Frieden lenkten Männer die Geschicke ihrer Staaten. Spätestens mit der zunehmenden Bedeutung von Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht kann die Bedeutung von Geschlecht für diverse völkerrechtliche Fragestellungen nicht mehr ignoriert werden. Im Europarecht waren Geschlecht und Gleichberechtigung dagegen von jeher zentrale Themen. Von den mühsamen Anfängen im Kampf um die Lohngleichheit bis hin zu den dogmatisch anspruchsvollen Herausforderungen mehrdimensionaler Diskriminierung erwiesen sich die europäischen Regelungen und Institutionen als Motor für die Entwicklung eines modernen Antidiskriminierungsrechts.

Blockseminar: 09.02. bis 11.02.2011 in Raum 18/19, Fakultät für Rechtswissenschaft, Rothenbaumchaussee 33; das Programm finden Sie hier

 

Schlüsselqualifikationskurs "Diskriminierung und Antidiskriminierung in der juristischen Praxis"

Wachsende Vielfalt und Heterogenität unserer Gesellschaft spiegeln sich auch in der juristischen Praxis wieder: Ob als Richter/in, Jurist/in in der Rechts- oder Personalabteilung, im Anwaltsberuf oder in der Politik: Ambiguitätstoleranz, interkulturelle Kompetenzen und ein professioneller Umgang mit Diversity und mit Diskriminierungssituationen gehören heute zu den Schlüsselqualifikationen erfolgreicher Jurist/innen in nationalen wie in globalisierten Kontexten.Der Kurs richtet sich an alle Jurastudierenden, die ihre sozialen Kompetenzen und insbesondere ihre Kommunikationsfähigkeit für die zukünftige Tätigkeit in den Rechtsberufen diesbezüglich stärken wollen.

mit Doris Liebscher, Autorin und Dozentin für Antidiskriminierungsrecht und Antidiskriminierungskultur, Mitbegründerin des Antidiskriminierungsbüros Sachsen e.V.

Blockveranstaltung am 12./13.11. und 26./27.11.2010.

Kursablauf zum Download

 

Studientag "Gender im Sozial- und Steuerrecht"

Das Sozial- und Steuerrecht sind Materien mit hoher Praxisrelevanz und erheblichen tatsächlichen und politischen Implikationen für das Geschlechterverhältnis. Trotzdem wird die Wechselwirkung von Recht und Realität in diesem Kontext oft nur begrenzt wahrgenommen. Juristinnen und Juristen klammern die Betrachtung sozialer und ökonomischer Fragen ohnehin oft aus; Bürgerinnen und Bürger begreifen durch Sozial- und Steuerrecht regulierte Rollenverteilungen und Lebensentwürfe als rein private, persönliche Entscheidungen.

Freitag, 05.11.2010, 9-18 Uhr

Programm

 

Vorlesung "Einführung in die Legal Gender Studies"

Die Einführung in die Legal Gender Studies erweitert den Blick auf den Rechtsdiskurs um eine Perspektive, die im anglo-amerikanischen Raum und in Skandinavien seit langem etabliert ist, in Deutschland aber immer noch gewöhnungsbedürftig zu sein scheint: Sie fragt nach der Bedeutung der Kategorie 'Geschlecht' für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis. Bei der Beschäftigung mit den entsprechenden Theorien, Konzepten und Rechtsfragen wird schnell deutlich, dass sich die Legal Gender Studies weder in Antidiskriminierungsrecht einerseits noch in der Frage nach "den Frauen" andererseits erschöpfen. Die Rechtsfragen sind weitaus vielfältiger und die Frage nach dem Geschlechterverhältnis reduziert sich nicht auf "Frauenfragen", sondern befasst sich mit der Idee zweier gegensätzlicher Geschlechter ebenso wie mit den Unterschieden innerhalb dieser Geschlechter. In der Vorlesung wird anhand kontroverser Rechtsthemen wie bsw. Gewaltschutz, muslimisches Kopftuch, Flüchtlingsrecht oder unbezahlter Hausarbeit untersucht, welche Bedeutung die Kategorie 'Geschlecht' für das Recht hat - und umgekehrt, wie das (gewöhnlich als objektiv und neutral verstandene) Recht auf die Geschlechterverhältnisse einwirkt.

SoSe 2011; schon im SoSe 2010.

Arbeitsmaterialien zum Download

 

Seminar "Gender & Crime. Kriminalitätsunterschiede zwischen Männern und Frauen"

Im Seminar werden wesentliche Fragestellungen der Kriminologie aus der Perspektive der Geschlechterforschung betrachtet. Kriminalitätsunterschiede zwischen Männern und Frauen beschäftigen die Kriminologie in allen Bereichen, wobei wegen der signifikanten statistischen Unterschiede die Gewaltdelinquenz von besonderem Interesse ist. Allerdings ist gerade hier die Annahme sehr kritisch zu hinterfragen, dass von einer starren Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer auszugehen sei. Das Seminar bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit kriminologischen Theorien, empirischen Befunden und den Praxen der Kriminalitätskontrolle. Geschlechterrelevante Fragestellungen ziehen sich durch alle Bereiche, insbesondere: Konstruktion von Kriminalität, Kriminalstatistik, Geschlecht, Kriminalität und Medien, geschlechtsspezifische Wahrnehmung von Gewaltdelinquenz, sog. häusliche Gewalt, Strafverfolgung, Sanktionen, Täter-Opfer-Ausgleich und Strafvollzug. 

SoSe 2010; voraussichtlich wieder im WiSe 2013/14. 

 

 

Verlinkungen

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