Zwischen Jugendschutz und Informationsfreiheit: Einstellungen der Bevölkerung gegenüber Einschränkungen des Zugangs junger Menschen zu Social Media
10. März 2026, von Internetredaktion

Foto: UHH
In diesem Vortrag, der am 5. März 2026 auf der MOTRA-K 2026 in Wiesbaden an der dortigen Hochschule Fresenius gehalten wurde, werden Erkenntnisse der 17. Welle der repräsentativen Umfrage "Menschen in Deutschland: International" vorgestellt. Diese Untersuchung wird seit 2022 gemeinsam vom Institut für Kriminologie an der Fakultät für Rechtswissenschaft an der UHH und dem GIGA in Hamburg durchgeführt.
Im Rahmen der 17. Erhebung zu dieser Studie wurden in der Zeit vom 4.12.-12.12.2025 insgesamt 2435 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren zu ihren Einstellungen gegenüber Altersbeschränkungen des Zugangs junger Menschen zu sozialen Medien befragt. Die Studie ist national repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung dieser Altersgruppe in Deutschland.
Mehr als drei Viertel (78,1%) der Befragten befürworteten ein Verbot des Zugangs zu sozialen Medien für Kinder bis zu 13 Jahren. 76,9% befürworteten daneben auch, dass Kinder bis zum Alter von 16 Jahren nur mit elterlicher Zustimmung Zugang zu sozialen Medien erhalten dürfen. 71,5% sind dafür, dass die Anbieter soziale Medien gesetzlich verpflichtet werden sollten dafür zu sorgen, dass unter 18jährige ohne elterlicher Zustimmung ihre Plattformen nicht nutzen können. Diese Zustimmungsraten finden sich in vergleichbarer Höhe bei Frauen und Männern und unabhängig davon, welche Parteien die Befragten wählen würden
Die Befürwortung einer gesetzlichen Beschränkung des Zugangs von Kindern und Jugendlichen zu sozialen Medien, insbesondere ein Verbot für Kinder bis 13 Jahre, wie es in Deutschland u.a. auch die Leopoldina angeregt hat, findet danach in der Bevölkerung umfassende Zustimmung. Diese Zustimmung ist etwas höher bei Personen, die selbst minderjährige Kinder haben. Hier liegt sie über 80%.
Insoweit würde ein gesetzliches Verbot des Zugangs zu sozialen Medien für Kinder, wie es u.a. in Australien bereits eingeführt wurde, auch in Deutschland, über die Grenzen von Parteipräferenzen oder politischen Orientierungen hinweg, bei der weit überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung auf große Akzeptanz stoßen.
Weitere Informationen (PDF):
Wetzels, P., Brettfeld, K. & Fischer, J.M.K. (2026). Zwischen Jugendschutz und Informationsfreiheit: Einstellungen der Bevölkerung gegenüber Einschränkungen des Zugangs junger Menschen zu Social Media. /Vortrag gehalten auf der MOTRA-K 2025, Wiesbaden, 5. März 2026./
