Afghanistan, 5 Jahre nach der Machtübernahme der Taliban
28. August 2026, von Internetredaktion

Foto: RLC Hamburg
Rückblick zu unserer Veranstaltung: "Afghanistan, 5 Jahre nach der Machtübernahme der Taliban"
Am 15. August 2026 jährte sich die Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan bereits zum fünften Mal. Anlässlich dessen haben der Flüchtlingsrat Hamburg und wir einen Informations- und Begegnungsabend in den Räumlichkeiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ausgerichtet.
Mine Nang, Geschäftsführerin von VAFO, leitete die über 100 Teilnehmenden durch das Panel, welches die aktuelle Situation aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtete. Dabei verschafften Mailin Look (Fachanwältin für Migrationsrecht) und Morsal Hassan Sarmand (Koordinatorin der Rechtshilfe von Pro Asyl) einen Überblick über die rechtlichen Herausforderungen, mit denen afghanische Geflüchtete in Deutschland konfrontiert werden. Zudem analysierte Reza Qasemi (Vorsitzender des Hazara Kultur- und Sportvereins Hamburg) die Ursachen des lang andauernden Zerfall Afghanistans, der schließlich im politischen Zusammenbruch resultierte. Maryam Saghari (Aktivistin und Gründerin der Sozialen Initiative Hamburg) verschaffte uns einen Einblick in die Lebensrealität der Menschen, die unter einem Regime leben müssen, in dem „die Frauen weniger Rechte erhalten als Tiere in Deutschland“ und verdeutlichte die elementare Bedeutung von zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Trotz dieser großen Themen, die für viele Teilnehmenden zusätzlich mit persönlichen Leid verbunden sind und häufig zu einem Gefühl der Machtlosigkeit führen, war der Abend von Begegnung, Austausch und Empowerment geprägt. Das ist vor allem den zahlreichen Initiativen und Gruppen der afghanischen Diaspora, die im Anschluss an das Panel ihre Arbeit an Infoständen vorstellten, zu verdanken. Der Hazara Kultur- und Sportverein Hamburg schmückten den Raum durch zahlreiche künstlerische Projekte, die von Mosaikkunst, über Zeichnungen bis hin zu feinen Stickereien reichten. Auch Experts of the World Unite, die ihre Erfahrungen aus Afghanistan und ihrer Flucht durch Kunst zum Ausdruck bringen, haben ihre Stickkerein ausgestellt. Außerdem präsentierte die Initiative New Hope, wie sie durch geheime Schulen in Kabul Bildung für Mädchen ermöglichen und Enqelab Hamburg ergänze den Abend durch ihre dekoloniale Perspektive.
Wir bedanken und ganz herzlich bei der GEW für die Räumlichkeiten, der Stiftung :do für die finanzielle Unterstützung, den Epert:innen und Initiativen für ihre Perspektive und Expertise sowie den Teilnehmenden für ihr zahlreiches Erscheinen. Danke, dass es dadurch zu einem so starken Gefühl der Solidarität kommen konnte!

