Projektbeschreibung
Projekt "Protecting the Mind"
Das von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Projekt „Protecting the Mind: The European Charter of Fundamental Rights and the Neurorights Debate“ untersucht, inwieweit die Europäische Charta der Grundrechte den Herausforderungen gerecht wird, die sich aus dem rasanten Fortschritt der Neurowissenschaften und Neurotechnologien ergeben.
Das Gehirn gilt vielen als entscheidend für das, was uns zum Menschen macht. Weltweit werden in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen, in der Politik und in der breiten Öffentlichkeit Diskussionen darüber geführt, wie das Recht auf neurowissenschaftliche Erkenntnisse und neurotechnische Anwendungen reagieren muss, ob neuartige „Neurorechte“ im Rahmen der Menschen- und Grundrechte anerkannt werden sollten oder welcher Weiterentwicklungen bereits verankerter Menschen- und Grundrechte es bedarf.
Für die Analyse und die Entwicklung von Lösungen rückt das Projekt die EU-Grundrechtecharta in den Vordergrund. Sie ist eine anspruchsvolle Kodifikation, mit deren Hilfe die Diskussionen bereichert und weitaus differenzierter geführt werden können, als dies bisher der Fall ist. Umgekehrt ermöglichen die Diskussionen die Revision und Weiterentwicklung des inhaltlichen, dogmatischen und methodischen Verständnisses der Charta.
Das Projekt wird unter anderem zentrale Denkmuster und implizite Vorannahmen beleuchten, wie beispielsweise die Unterscheidung zwischen Körper und Geist oder individuelle Autonomie als leitendes Paradigma. Es zielt außerdem darauf ab, ein angemessenes Verständnis jener Artikel der Charta zu fördern, die für die Debatte von größter Relevanz sind: das Recht auf mentale Integrität, die Gewährleistung der Gedankenfreiheit und das Recht auf den Schutz personenbezogener Daten.